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12.01.2006, 13:25 Uhr |
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Als gemeinsame Veranstaltung mit dem Bildungswerk Raesfeld:
Diät als Einstiegsdroge -
Ess-Störungen beginnen häufig ganz harmlos
Referentin: Christel Sondermann,
Mitarbeiterin der Fachstelle für Suchtvorbeugung
im Fachbereich Gesundheit des Kreises Borken
Villa Becker in Raesfeld - Seit dem Jahr 1993 wurde die Fachstelle für Suchtvorbeugung vom Kreis Borken eingerichtet. Zu dem Thema Ess-Störungen hat die Fachstelle mit einer Gruppe für betroffene Mütter begonnen. Dadurch haben sich auch Selbsthilfegruppen gebildet, die von den Mitarbeitern/-innen dieser Fachstelle betreut werden.
Verstärkten Zulauf zu dem Thema Ess-Störungen können die Mitarbeiter/-innen seit dem Jahr 1998 verzeichnen. Diese Problematik ist auch im Kreis Borken ein zentrales Thema. Überwiegend Mädchen sind von dieser Krankheit betroffen.
Daher organisiert diese Fachstelle auch Projekttage in Schulen, denn fast jedes Mädchen hat schon Erfahrungen mit Diäten gemacht. Hierzu werden auch Betroffene zwecks Erfahrungsaustauschs eingeladen.
Wenn die Selbstverständlichkeit und Leichtigkeit im Umgang mit dem Essen verloren gegangen ist und alles sich nur noch ums Essen oder Nichtessen dreht, sprechen wir von einer Ess-Störung.
Man unterscheidet drei Arten von Ess-Störungen.
Zum einen gibt es die Magersucht. Diese Ess-Störung beginnt meistens während der Pubertät. Die Mädchen finden sich zu dick und essen einfach zu wenig oder gar nicht.
Zum anderen gibt es die Bulimie. Hier kommt es zu regelmäßigen Essattacken. Anschließend wird die Nahrung wieder erbrochen.
Dann gibt es noch die Adipositas. Hier leiden die Mädchen unter einer Esssucht und nehmen dadurch bedingt immer mehr zu. Also das andere Extrem zu den beiden erstgenannten Ess-Störungen.
Doch wie kommt es zu einer Ess-Störung? Häufig beginnt diese Problematik in der Pubertät. Die Konflikte, die während dieser Zeit auftreten wie z.B. Veränderung des Körpers, Identitätsfindung, Zugehörigkeitsfindung etc., werden falsch bewältigt und auf das Essen verlagert. Es dreht sich nur noch alles ums Essen.
Mögliche Einflussfaktoren können auch die Umwelt bzw. das Umfeld, das Elternhaus, aber auch die Medien sein. Es wird die Illusion für die Betroffenen aufgebaut, dass nur schlanke Menschen schön, gut und zufrieden sind, dass Schlanksein die Lösung aller Dinge ist.
„Wenn ich erst richtig schlank bin, dann beginnt erst das wirkliche Leben.“
Welche Möglichkeiten/Hilfen gibt es, wenn in der Familie eine Ess-Störung erkannt wird?
Die Ess-Störung sollte auf jeden Fall im persönlichen Umfeld thematisiert werden. Bei Verschlimmerung sollte unbedingt ein Arzt des Vertrauens aufgesucht werden, besonders Psychologen können sich auf diese Problematik einstellen und die möglichen Ursachen aufarbeiten.
Frau Christel Sondermann nannte jedoch auch Schutzfaktoren, um diese Ess-Störung zu verhindern. Wichtig sind ein gesundes Essverhalten, ein stabiles Selbstwertgefühl und ein gutes Körpergefühl. Jeder sollte über Wünsche und Gefühle sprechen können, Negativgefühle wie z.B. Wut, Enttäuschung, Trauer ausdrücken können.
Auch das Wissen um die Nachteile und Gefahren von Diäten, Abführmitteln und Appetitzüglern gibt Schutz.
Im Anschluss an den Vortag von Frau Christel Sondermann fand eine rege Diskussionsrunde zu dieser Problematik statt.
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